Aufruf zur Mitarbeit bei GBOL – Initiative zur Inventarisierung und genetischen Charakterisierung der Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands

Das GBOL-Projekt hat zum Ziel die Artenvielfalt aller deutschen Tiere, Pilze und Pflanzen anhand ihres DNA-Barcodes (genetischer Fingerabdruck) zu erfassen. GBOL ist ein deutschlandweites Netzwerk aus verschiedenen Naturkundemuseen und anderen Biodiversitätsforschungsinstituten. Die Partner stellen ihre professionelle taxonomische Expertise und ihre bereits existierende Infrastruktur (Sammlungen, Biobanken, Datenbanken, Bioinformatik-Plattformen und Labore) zur Verfügung, um umfassend und flächendeckend die Tier- und Pflanzenarten Deutschlands zu sammeln, zu katalogisieren, wissenschaftlich zu beschreiben, zu sequenzieren und in die globale Referenz-Barcode Datenbank „BOLD“ einzuspeisen.

Die morphologische Artidentifikation ist bisher durch die entsprechenden Kuratoren an den Museen und wenige Experten (Taxonomen) erfolgt. Mit modernsten Sequenziermethoden wurde der DNA Barcode von fast 600 Spinnenarten entschlüsselt (siehe Liste im Anhang). Die Daten der an den Museen hinterlegten Individuen, aus denen das genetische Material extrahiert wurde, sind bzw. werden mit dem DNA-Barcode verknüpft und in einer öffentlich zugänglichen DNA Barcode Referenz-Datenbank verfügbar gemacht.

Um dem Ziel alle in Deutschland vorkommenden Arten anhand mehrerer Exemplare zu charakterisieren näher zu kommen, sind die GBOL Taxonomen auf die Mithilfe von ehrenamtlichen Taxon-Experten, hier besonders den Arachnologen aus ganz Deutschland angewiesen. Wer also eine oder mehrere der noch fehlenden Arten (s. Liste im Anhang) sammeln und identifizieren kann oder bereits in seiner Sammlung hat, kann einen wertvollen Beitrag leisten.

Es gibt grundsätzlich zwei Wege um zum Erfolg des Projekts beizutragen:

1. Registrierung als offizieller GBOL-Taxon-Experte über die Seiten des Projekts und Abwicklung des Materialversands über die dort angegebenen Wege.

oder

2. Versendung des Materials (Beleg der Spinnenart, in hochprozentigem Äthanol konserviert) an die GBOL-Kontaktpersonen der AraGes (Dr. Hubert Höfer, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Erbprinzenstr. 13, 76133 Karlsruhe; Dr. Joachim Holstein, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, Rosenstein 1, 70191 Stuttgart) mit allen zum Beleg gehörenden Daten (Fangdatum, Ort, Habitat, Sammler). Die Belege verbleiben bei der Institution, die die Datenverwaltung und weitere Prozessierung übernimmt. Die Sammler und Bestimmer werden als solche registriert und kreditiert.

Bitte beachten Sie auf jeden Fall die einschlägigen Gesetze zum Schutz der Arten, der Natur und des Postversands. Die AraGes übernimmt keine Haftung für Zuwiderhandlungen.

Bereits in Sammlungen befindliches Material sollte nicht in Essig, Formalin oder Pikrinsäure (o.ä.) gefangen worden sein, am besten früh in hochprozentigem Alkohol (Äthanol) konserviert worden sein und nicht zu alt sein (nach 2010). Frisch gesammelte Spinnen sollten idealerweise in 96 % (mindestens aber 75 %) Äthanol konserviert und möglichst gekühlt aufbewahrt werden.

Ausführliche Anweisung zum Sammeln und Konservieren

Weitere Informationen finden sie auf den GBOL-Seiten unter Mitmachen sowie über die Projektteilnehmer an den Partnerinstitutionen.