Arachnologische Gesellschaft

Spinne des Jahres 2016

Foto: André Hermans (ARABEL)

Die Konusspinne, Cyclosa conica (Pallas, 1772)

gehört zur Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae). Diese Spinnenfamilie hat weltweit über 3.000 Arten, in Europa 131. Die Gattung Cyclosa selbst ist mit nur 2 Arten in Mitteleuropa vertreten. Nach 2001 (Wespenspinne) und 2010 (Gartenkreuzspinne) wurde damit erneut ein Vertreter der Radnetzspinnen gewählt, sicher auch bedingt durch die auffällige Netzgestaltung.

Warum wurde die Konusspinne zur Europäischen Spinne des Jahres gewählt?

Der Hauptgrund ist wohl die Auffälligkeit dieser Art. Durch den konischen Hinterleib ist sie gut zu erkennen, und auch das sehr regelmäßige engmaschige Netz mit einem Stabiliment erleichtert die Zuordnung. Dadurch können Fundmeldungen auch anhand eines Fotos bestätigt werden; zudem kann die Spinne beinahe das ganze Jahr über beobachtet werden.

Text: Christoph Hörweg

Informationen zur Art

Beschreibung

Die Spinne ist durch ihren konischen Hinterleib sehr auffällig. Die Körperlänge beträgt bei den Weibchen 6–8 mm, Männchen sind mit 4–4,5 mm um einiges kleiner; die Art zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Der Vorderkörper ist durchgehend dunkelbraun-schwarz, die Beine sind dunkelbraun-schwarz geringelt. Der Hinterkörper ist variabel gefärbt, dorsal dunkel rotbraun-schwarz, oft mit weißer Zeichnung, ventral dunkelbraun mit zwei weißen Längsflecken und hinten mit einem dorsalen Höcker (namensgebend!), der die Spinnwarzen überragt.

Verbreitung

Die Konusspinne kommt in ganz Europa vor und ist auch sehr häufig. Cyclosa conica lebt in Nadelwäldern, aber auch an Waldwegen und in Trockenrasen. In Österreich wie auch in ganz Mitteleuropa ist die Art nicht gefährdet. Ein gesetzlicher Schutz für diese Spinnenart besteht nicht.

Biologie und Ökologie

Die Konusspinne webt ein kreisförmiges, sehr regelmäßiges engmaschiges Radnetz, worauf der Gattungsname „Kreisspinnen“ Bezug nimmt, und es ist meist etwa 1,5m über dem Boden zu finden. In der Mitte des Netzes wird ein dicht gesponnenes senkrechtes Band (Stabiliment) eingebaut, auf dem die Spinne sitzt und in das oft Pflanzenteile und Beutereste eingewebt werden. Daher werden diese Spinnen im Englischen auch „trash line spiders“ genannt. Bei Störung versetzt die Konusspinne das Netz in Schwingungen, sodass ihre Umrisse verschwinden. Diese Art kann von Frühling bis Herbst (März/April bis September/Oktober) gut beobachtet werden. In diesem Zeitraum sind auch beide Geschlechter aktiv. Die Eiablage erfolgt im Hochsommer an einem Zweig in der Nähe des Netzes, wobei der Eikokon von gelblich schimmernden Fadenschlingen umwoben wird.

Text: Christoph Hörweg

Verbreitungskarten und Bilder