Arachnologische Gesellschaft

Blockhaldenwolfspinne im Nordschwarzwald

Acantholycosa norvegica sudetica stellt eine Besonderheit der Spinnenfauna des Schwarzwaldes dar.

Blockhaldenwolfspinne

Hochgelegene Blockhalde im Schwarzwald

Blockhalde im Schwarzwald

Weibchen mit Eikokon

Acantholycosa norvegica sudetica stellt eine Besonderheit der Spinnenfauna des Schwarzwaldes dar. Diese Art ist an Blockhalden gebunden und kommt nur dort vor. Mit einer Körperlänge von 7 bis 10 mm gehört die Blockhaldenwolfspinne zu den großen Vertretern der Wolfspinnen und der einheimischen Spinnen überhaupt. Die Art lebt wohl ausschließlich in Blockhalden, wo sie die oft stark sonnenbeschienenen Gesteinsoberflächen tagsüber zum Jagen und Sonnen nutzen, das Lückensystem überwiegend zum Verstecken. Nach bisherigen Kenntnissen meidet sie bewaldete Bereiche und ist auf die kühle Luft in den Blockhalden. Die Spinnen sind durch ihre typische schwarz-weiß-braune Zeichnung und die geringelten Beine auf den teilweise mit Flechten oder Moosen bedeckten Blöcken besonders gut getarnt. Bei Störung flüchten sie blitzschnell auf die Rückseite oder Unterseite der Steine.

Die Nominatart Acantholycosa norvegica norvegica kommt nur in Nordeuropa und bis nach Ostsibirien oberhalb der Baumgrenze auf Felsblöcken vor. Bei der Unterart Acantholycosa norvegica sudetica handelt es sich vermutlich um Reliktpopulationen aus der letzten Eiszeit, die heute ausschließlich in Mitteleuropa, vom Riesengebirge im Osten bis zu den Nordalpen und dem Schweizer Jura im Westen. Bekannte Vorkommen sind im Fichtelgebirge und im Harz.

In der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands ist die Unterart für Bayern und Niedersachsen als stark gefährdet (Kategorie 2) eingestuft. In Baden-Württemberg wurde sie bisher als extrem selten (Kategorie R) betrachtet. Für die isolierten Populationen der Blockhaldenwolfspinne ist Deutschland nach den Kriterien des Bundesamtes für Naturschutz in hohem Maß verantwortlich.

Seit Juni 2017 werden 13 Blockhalden im Nordschwarzwald im Rahmen einer Masterarbeit untersucht.

Beteiligte Wissenschaftler: Laura Kastner, Dr. Hubert Höfer (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe), Dr. Jörn Buse (Nationalpark Schwarzwald).